Das neuste Maß für Corporate Social Responsibility

April 2, 2019 Bryan de Lottinville

Den Business Impact einer sinnstiftenden Unternehmenskultur messen

Es ist wohl unbestritten, dass Mitarbeiter eine der wichtigsten Investitionen für jedes Unternehmen sind. Sie sind das nachhaltigste Unterscheidungsmerkmal der meisten Unternehmen. Da Fachkräfte für die meisten Unternehmen aller Branchen eine wichtige Ressourcenbeschränkung darstellen, ist es für sie wichtig, ihre Mitarbeiterfluktuation zu verringern.

Tatsächlich zeigen US-Studien, dass es Unternehmen zwischen zehntausenden Euro bis zu 1,5-2 Jahresgehältern kosten kann, einen Mitarbeiter1 zu verlieren. Da Mitarbeiterfluktuation auch ein Indikator dafür ist, wie stark sich Mitarbeiter für ihr Unternehmen engagieren, sind diese Kosten wahrscheinlich sogar unterschätzt. Eine Studie des Gallup-Instituts legt nahe, dass beachtliche 85% der deutschen Arbeitskräfte demotiviert oder ambivalent gegenüber ihrem Job oder dem Unternehmen sind. Solche demotivierten Mitarbeiter kosten die deutsche Wirtschaft jährlich zwischen 80,3 und 105,1 Milliarden Euro durch entgangene Produktivität. Und wenn wir aus den Daten schließen, dass nur 15% der Berufstätigen eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber aufweisen, kann man sich die Kosten der mangelnden Verbundenheit und der Mitarbeiterfluktuation für Unternehmen nur vorstellen, die Mitarbeiter in verschiedensten Teilen der Welt haben, wie es heutzutage bei den meisten großen Unternehmen der Fall ist.

Ein neuer Ansatz in der Unternehmensphilanthropie

Als wir Benevity im Jahr 2008 gründeten, war eines unserer wichtigsten Ziele, die Art und Weise zu verändern, wie Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Wir wollten, dass sich Unternehmen von einer Top-Down-Mentalität, bei der reines Fundraising und die Vergabe von Geldern im Fokus stand, weiterentwickeln. Unser Ziel war ein kultureller Wandel, der sowohl einen Business Impact als auch einen Social Impact generiert. Und heute können wir stolz sagen: Es passiert tatsächlich.

Im vergangenen Jahr haben wir eine deutliche Veränderung in den Gesprächen wahrgenommen, die wir mit unseren Kunden über ihre CSR-Programme führen. Seitdem berichten uns CSR- und HR-Verantwortliche über ein steigendes Interesse der Führungsebenen in ihren Unternehmen für CSR-Themen und das Erkennen der Bedeutung einer inklusiven und sinnstiftenden Unternehmenskultur. Immer mehr Unternehmen werden sich bewusst, dass Fundraisingprogramme, wie sie in der Vergangenheit üblich waren und die nur einige durch das Unternehmen ausgewählte gemeinnützige Zwecke finanziert wurden, heute kein zeitgemäßer Ansatz sind. Stattdessen suchen sie nach Ansätzen, die auch Mitarbeiter und Kunden emotional ansprechen. Wir wissen, dass auch immer mehr Talente nach einer sinnstiftenden Arbeit suchen und eine gesellschaftliche Wirkung erzielen möchten, daher haben erlebnisorientierte Ansätze das Potenzial, eine Unternehmenskultur zu fördern, die Mitarbeiter anzieht oder ihre Bindung an das Unternehmen erhöht. Eine sinnstiftende Unternehmenskultur kann so zum Wettbewerbsvorteil von Unternehmen werden.

Aber was hat CSR mit der Mitarbeiterfluktuation zu tun?

Viel, wenn wir uns die Ergebnisse einer von Benevity durchgeführten Studie anschauen, die den Zusammenhang zwischen der Teilnahme an Corporate-Goodness-Programmen2  und der Mitarbeiterbindung unter Fortune-1000-Unternehmen untersuchte. Die Benevity Engagement-Studie, untersuchte die Aktivitäten von mehr als 2 Millionen Nutzern auf der Benevity-Plattform und zeigte, dass die Mitarbeiterfluktuation unter Mitarbeitern, die sich am stärksten in Spenden- und Volunteeringprogrammen ihrer Unternehmen engagierten, um 57% zurückging.

Diese Studie ist nur ein Beispiel für den Business Impact von Goodness-Programmen. Es ist kein Zufall, dass diese 118 Unternehmen rund eine Milliarde Euro und fast 11 Millionen Freiwilligenstunden für fast 140.000 Wohltätigkeitsorganisationen auf der ganzen Welt erbracht haben - ein ziemlich konkretes Beispiel dafür, wie man „Gutes tun” kann. Vielleicht noch herausragender ist, dass diese Studie nicht nur den grundsätzlichen Wert von CSR-Programmen hervorhebt, sondern vor allem die Bedeutung von mitbestimmten und mitarbeiterorientierten Goodness-Programmen unterstreicht. Wenn Unternehmen Spenden und Volunteering unterstützen oder sich in sozialen und umweltbezogenen Fragen engagieren, zahlt dies positiv auf die Unternehmenskultur ein. Das Mitarbeiterprogramm von Microsoft ist zum Beispiel so erfolgreich, dass es inzwischen als entscheidender Vorteil für seine Mitarbeiter angesehen wird und sogar Bewerber anzieht.

Ein neuer Ansatz für das Geschäft

Heutzutage verlassen Mitarbeiter nicht unbedingt ein Unternehmen oder eine Art von Unternehmen. Stattdessen verlassen sie eine Unternehmenskultur bei der die Werte nicht mit ihren eigenen übereinstimmen. Zunehmend suchen die heutigen Arbeitskräfte nach einem Ort, an dem sie nicht im traditionellen Sinne philanthropisch sein können, sondern wo sie einen Sinn erkennen können und der mit ihren Werten übereinstimmt. Sie suchen eine Möglichkeit, um gemeinsam mit ihren Kollegen am Arbeitsplatz ihren Leidenschaften zu folgen und wo ihre Handlungen positive soziale und ökologische Auswirkungen haben. Viele der 540 Unternehmenskunden von Benevity - darunter Unternehmen mit bekannten sozialen Marken wie Nike und SAP - nutzen die Kraft von Goodness, um ihre Mitarbeiter stärker einzubinden, CSR- und HR-Ziele zu integrieren und ihre Organisationen mit Leidenschaft und Zweck zu durchdringen.

„Der wichtigste Prädiktor für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist nicht die Bezahlung: Er sind die Kultur und die Werte der Organisation …“ —Andrew Chamberlain, Glassdoor

Heutzutage stehen Gewinn und Sinn nicht im Widerspruch zueinander. Tatsächlich ist der Übergang zwischen beiden in der heutigen “vierten industriellen Revolution” fließend. Und je mehr wir diesen Zusammenhang quantifizieren und durch einen modernen, auf Engagement ausgerichteten Ansatz unserer CSR- und HR-Strategien anwenden, desto mehr können Unternehmen den positiven gesellschaftlichen Wandel antreiben, den wir alle von ihnen erwarten und den sie bewirken sollen.

Laden Sie die Benevity-Engagement-Studie herunter, um eine vollständige Übersicht der Daten zu erhalten, einschließlich Erkenntnisse zur Mitarbeiterbindung entsprechend Branchen und der „Intensität“ der Teilnahme an Goodness.

1 Aus Gründen der Lesbarkeit verwenden wir im Folgenden die männliche Form. Gemeint sind aber selbstverständlich alle Mitarbeiter_Innen.

2 Unter Goodness-Programmen verstehen wir unsere ganzheitlichen CSR-Programme, die Sie und Ihre Mitarbeiter unterstützen, Gutes zu tun. Darunter fallen die Möglichkeit zu spenden und solche Spenden durch Aufstockungen durch das Unternehmen zu matchen, Corporate Volunteering zu organisieren sowie Missions aufzusetzen und die Verwaltung von Fördergeldern.

About the Author

Bryan de Lottinville

Bryan de Lottinville is the Founder and CEO of Benevity, Inc., the global leader in workplace giving, volunteering and community investment software. He is known for pioneering ground-breaking approaches that have helped hundreds of Fortune 1000 companies build stronger bonds with their employees and consumers through corporate “Goodness” programs.

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